Altersvorsorge-Depot · ab 2027

Riester ist Geschichte.
Das kommt an seine Stelle.

Ab dem 1. Januar 2027 gibt es staatliche Förderung erstmals auf ein echtes ETF-Depot: ohne Beitragsgarantie, ohne Versicherungsmantel, mit bis zu 540 Euro Zulage im Jahr.

  • Berechne deine persönliche Förderung mit dem Rechner
  • Erfahre, welcher der drei Wege für deinen Riester-Vertrag passt
  • Sieh, was Kinderzulage und Frühstartrente für deine Familie bringen
  • Sieh, wo das Depot an seine Grenzen stößt, gerade ab 50

Die Förderung auf einen Blick

Grundzulage pro Jahrbis 540 €
Kinderzulage je Kindbis 300 €
Berufseinsteiger-Bonus200 €
Geförderter Eigenbeitrag1.800 €
Höchstbeitrag im Jahr6.840 €
Mindestbeitrag120 €

Altersvorsorgereformgesetz, verkündet am 29. Mai 2026 (BGBl. I 2026 Nr. 156). Stand dieser Seite: Oktober 2026.

1.1.2027Start des Depots
100 %Aktienquote möglich
0 €Steuer beim Umschichten
Karlsruhepersönlich & per Video
Das Problem

Warum Riester gescheitert ist

Drei Konstruktionsfehler haben dafür gesorgt, dass von rund 15 Millionen Verträgen inzwischen mehr als jeder vierte gekündigt oder stillgelegt ist. Genau diese drei räumt die Reform ab.

Die Beitragsgarantie

Weil zum Rentenbeginn jeder eingezahlte Euro garantiert sein musste, floss das Geld überwiegend in Anleihen statt in Aktien. In der Niedrigzinsphase blieb davon kaum Rendite übrig.

Zu hohe Kosten

Effektivkosten von häufig 1,5 bis 2,5 Prozent im Jahr haben einen großen Teil der ohnehin mageren Erträge aufgezehrt, Jahr für Jahr und unabhängig davon, wie der Vertrag lief.

Die Zulagenmechanik

Der einkommensabhängige Mindesteigenbeitrag war so kompliziert, dass viele Sparer ihre Zulage nur gekürzt bekamen. Oft haben sie es jahrelang nicht gemerkt.

Das neue Produkt

Staatliche Förderung auf ein echtes ETF-Depot

Du zahlst ein, der Staat legt eine Zulage obendrauf, und das Geld wird am Kapitalmarkt angelegt. Neu ist vor allem, was wegfällt.

01

Keine Beitragsgarantie mehr

Du wählst ETFs und Fonds aus einer gesetzlichen Positivliste, bis zu 100 Prozent Aktien sind möglich. Einzelaktien, Kryptowerte und Hebelprodukte bleiben ausgeschlossen.

02

Zulage nach Beitrag statt Einkommen

50 Prozent auf die ersten 360 Euro im Jahr, 25 Prozent auf alles Weitere bis 1.800 Euro. Der komplizierte Mindesteigenbeitrag entfällt vollständig.

03

Ansparphase komplett steuerfrei

Keine Abgeltungsteuer, keine Vorabpauschale, und jeder Fondswechsel im Depot bleibt steuerfrei. Erst die Auszahlung im Alter wird versteuert.

Förderrechner

Was bekommst du vom Staat?

Stell deinen geplanten Beitrag, deine Kinder und deinen Steuersatz ein. Der Rechner zeigt Zulagen, Steuervorteil und Förderquote für ein volles Beitragsjahr.

150 €

0

Die Kinderzulage bekommt je Kind nur ein Elternteil.

52 Jahre
30 %

Grobe Orientierung: rund 25 Prozent bei 40.000 Euro, rund 35 Prozent bei 65.000 Euro zu versteuerndem Einkommen.

Förderung im Jahr 702 €

Förderquote 39 Prozent auf deinen Eigenbeitrag

Dein Eigenbeitrag im Jahr1.800 €
davon ungefördertAnteil über 1.800 Euro, ohne Zulage0 €
Grundzulage540 €
Kinderzulage0 €
Berufseinsteiger-Bonuseinmalig, nur unter 25 Jahren0 €
Steuervorteil über die GünstigerprüfungErstattung aufs Konto, fließt nicht ins Depot162 €
Summe im Depot im ersten Jahr2.340 €

Beispielhafte Hochrechnung

67 Jahren

Früher als mit 65 kommst du ohnehin nicht an das Geld, spätestens mit 70 muss die Auszahlung beginnen.

5,0 % p. a.

Kapital mit 67 vor Steuern:
0 €

Vereinfachte Berechnung nach dem Altersvorsorgereformgesetz. Gefördert werden Eigenbeiträge bis 1.800 Euro im Jahr, insgesamt einzahlen kannst du bis 6.840 Euro. Beiträge über 1.800 Euro erhöhen weder Zulage noch Sonderausgabenabzug. Die Kinderzulage beträgt einen Euro je Euro Eigenbeitrag, höchstens 300 Euro je Kind; 300 Euro Eigenbeitrag im Jahr reichen für die volle Zulage aller Kinder. Der Steuervorteil ist eine Näherung der Günstigerprüfung: Das Finanzamt vergleicht die Ersparnis aus dem Sonderausgabenabzug mit den Zulagen und erstattet nur die Differenz. Die Hochrechnung unterstellt eine konstante Rendite nach allen Kosten und gleichbleibende Beiträge bis zum gewählten Auszahlungsbeginn, tatsächliche Märkte schwanken. Sie unterstellt außerdem vereinfacht gleichbleibende Kinderzulagen, tatsächlich enden sie mit dem Kindergeldanspruch. Bei Angestellten läuft die Zulagenberechtigung bis zum tatsächlichen Rentenbeginn, bei Selbstständigen und Mitgliedern berufsständischer Versorgungswerke endet sie mit Vollendung des 67. Lebensjahres. Zulagen werden im Folgejahr gutgeschrieben, das ist hier vereinfacht abgebildet. Keine Anlage- oder Steuerberatung.

Riester gegen Altersvorsorge-Depot

Was sich konkret ändert

Bestehende Riester-Verträge genießen Bestandsschutz und laufen mit der alten Förderung weiter. Neu abschließen kannst du sie ab 2027 nicht mehr.

MerkmalRiester-RenteAltersvorsorge-Depot
AnlageBeitragsgarantie verpflichtend, dadurch überwiegend AnleihenKeine Garantie im Standardfall, ETFs und Fonds, bis 100 Prozent Aktien
GrundzulageFest 175 Euro, gekürzt bei zu niedrigem EigenbeitragBis 540 Euro, beitragsproportional und einkommensunabhängig
Kinderzulage300 Euro je Kind ab Geburtsjahr 2008, sonst 185 EuroBis 300 Euro je Kind unabhängig vom Geburtsjahr. 25 Euro im Monat reichen für die volle Zulage aller Kinder
BerechtigtePflichtversicherte Arbeitnehmer und BeamteZusätzlich Selbstständige und Freiberufler
AnsparphaseBesteuerung je nach ProduktKeine Abgeltungsteuer, keine Vorabpauschale, Umschichtungen steuerfrei
KostenHäufig 1,5 bis 2,5 Prozent im JahrStandardprodukt auf 1,0 Prozent gedeckelt, eigene ETF-Lösung deutlich darunter
AuszahlungVerrentung Pflicht, höchstens 30 Prozent EinmalkapitalAuszahlplan bis mindestens 85 oder Leibrente, dazu bis 30 Prozent Einmalkapital
TodesfallÜbertrag auf Ehepartner förderunschädlich, für kindergeldberechtigte Kinder Waisenrente möglichÜbertrag nur auf Ehe- oder eingetragenen Lebenspartner förderunschädlich, Waisenrente entfällt
AnbieterwechselMöglich, oft mit spürbaren KostenIn den ersten fünf Jahren höchstens 150 Euro, danach kostenfrei
Für Familien

Altersvorsorge für die ganze Familie

Die Reform hat zwei Bausteine für Familien: die Kinderzulage in deinem eigenen Depot und die Frühstartrente, ein eigenes Vorsorgedepot für dein Kind. Dazu kommt die Frage, welches Geld besser frei verfügbar bleibt.

Kinderzulage in deinem Depot

Für jeden Euro Eigenbeitrag gibt es pro Kind einen Euro Zulage, höchstens 300 Euro je Kind und Jahr. Entscheidend: 300 Euro Eigenbeitrag im Jahr, also 25 Euro im Monat, reichen für die volle Zulage aller Kinder gleichzeitig.

Die Zulage läuft, solange Kindergeld bezogen wird, und geht je Kind immer nur an einen Elternteil.

Beispiel mit drei Kindern: 300 Euro Eigenbeitrag, 150 Euro Grundzulage und 900 Euro Kinderzulage. Im Depot landen 1.350 Euro.

Frühstartrente für dein Kind

Für Kinder ab Geburtsjahrgang 2020 zahlt der Staat vom 6. bis zum 18. Geburtstag 10 Euro im Monat in ein Altersvorsorgedepot auf den Namen des Kindes. Du eröffnest den Vertrag, die Förderung kommt automatisch über den Anbieter.

Eltern, Großeltern oder Paten können bis 6.840 Euro im Jahr zuzahlen. Ohne eigenen Vertrag legt der Bund das Geld gesammelt an; dein Kind muss es dann bis 35 in einen eigenen Vertrag übertragen, sonst verfällt es.

Wichtig: Das ist ein bewusst eng gefasstes Produkt, nur als Standarddepot, mit kaum Spielraum und ohne Beratung im Produkt. Stand: vom Bundestag am 16. Oktober 2026 beschlossen, die Zustimmung des Bundesrats steht noch aus.

Freies Geld für alles davor

Die Frühstartrente ist Altersvorsorge, kein Sparbuch für Führerschein, Studium oder die erste Wohnung. Vor 65 kommt dein Kind nur heran, wenn es die Förderung zurückzahlt und die Erträge versteuert.

Für Ziele vor dem Ruhestand bleibt ein klassisches Juniordepot flexibler. Oft ist beides sinnvoll: das Frühstart-Depot für die staatlichen 10 Euro, frei verfügbares Kapital für den Start ins Leben.

In beiden Fällen gilt: Mit 18 entscheidet dein Kind selbst über sein Depot.

Die Frühstartrente ist ein bewusst eng gefasstes Produkt

Der Gesetzgeber hat die Frühstartrente als einfache Massenlösung gebaut, nicht als Gestaltungsinstrument. Das macht sie günstig und unkompliziert, aber auch sehr starr. Das solltest du wissen, bevor du größere Beträge der Familie dort einplanst.

Nur als Standarddepot

Die Frühstartrente lässt sich ausschließlich über einen Standarddepot-Vertrag abbilden. Eine freie Fondsauswahl wie im Altersvorsorge-Depot der Eltern gibt es nicht, die Anlage folgt den gesetzlichen Vorgaben des Standardprodukts.

Wenig bis keine Flexibilität

Das Geld ist grundsätzlich bis 65 gebunden. Für Ausbildung, Studium oder eine Immobilie lässt es sich nicht nutzen, eine Kündigung kostet die gesamte Förderung und löst Steuer auf die Erträge aus.

Keine Beratung im Produkt

Der Vertrag wird online abgeschlossen, eine Beratung ist nicht vorgesehen. Laut Gesetzentwurf dürfen keine Abschluss- und Vertriebskosten erhoben werden, eine Beratungsunterstützung zum Vertrag selbst gibt es damit faktisch nicht.

Wo Beratung trotzdem zählt

Nicht beim Frühstart-Vertrag, sondern drumherum: Wie viel gebunden sein soll, was frei verfügbar bleibt, wie Kinderzulage und Elterndepot genutzt werden und wie Großeltern Vermögen sinnvoll weitergeben. Genau das ordnen wir mit dir ein.

Frühstartrente oder Juniordepot?

MerkmalJuniordepotFrühstartrente
Staatliches GeldKeins10 Euro im Monat vom 6. bis zum 18. Geburtstag, insgesamt 1.440 Euro
ZuzahlungenUnbegrenztBis 6.840 Euro im Jahr, auch von Großeltern oder Dritten
AnlageFrei wählbarNur Standarddepot nach gesetzlichen Vorgaben, Kosten gedeckelt
BeratungFrei möglichNicht vorgesehen, Abschluss online
Steuer beim AnsparenLaufend, beim Kind oft durch Freibeträge abgedecktErträge steuerfrei bis zur Auszahlung
VerfügbarkeitAb 18 frei verfügbarGrundsätzlich ab 65, vorher nur mit Rückzahlung der Förderung
Geeignet fürAusbildung, Studium, Start ins LebenLangfristige Altersvorsorge mit sehr langem Anlagehorizont

Was die Frühstartrente bringen kann

Stell das Geburtsjahr deines Kindes oder Enkels und die geplanten Zuzahlungen ein. Der Rechner zeigt, was bis 18 und bis 65 entstehen kann, wie viel davon vom Staat kommt und was dieselbe Zuzahlung im eigenen Depot der Eltern bringen würde.

2021

25 €
0 €

Zuzahlungen sind bis zum 18. Geburtstag eingerechnet, danach wächst das Depot ohne weitere Einzahlungen bis 65.

4,0 % p. a.
Depotwert mit 18 0 €

Ohne weitere Einzahlung mit 65: 0 €

Vom Staat10 Euro im Monat vom 6. bis zum 18. Geburtstag0 €
Von den Eltern0 €
Von den Großeltern0 €
Erträge bis 18steuerfrei bis zur Auszahlung0 €
Depotwert mit 180 €

Zum Vergleich: dieselbe Zuzahlung im Depot der Eltern

Staatliches Geld je Jahr über die Frühstartrente120 €
Staatliches Geld je Jahr im ElterndepotKinderzulage für dieses Kind plus Grundzulage0 €

Vereinfachte Hochrechnung nach dem vom Bundestag am 16. Oktober 2026 beschlossenen Frühstartrentengesetz, die Zustimmung des Bundesrats steht noch aus. Unterstellt ist ein Vertragsbeginn im Januar 2027, monatliche Einzahlungen und eine konstante Rendite nach allen Kosten; tatsächliche Märkte schwanken. Für den Geburtsjahrgang 2020 ist die rückwirkende Förderung ab Januar 2026 als Einmalbetrag zum Start abgebildet. Alle Werte sind nominal, also ohne Inflation, und vor Steuern. Das Kapital ist grundsätzlich bis 65 gebunden, die Anlage ist auf das Standarddepot beschränkt. Der Vergleich mit dem Elterndepot setzt voraus, dass ein Elternteil selbst förderberechtigt ist, Kindergeld bezieht und die Kinderzulage nicht schon über eigene Beiträge ausschöpft. Keine Anlage- oder Steuerberatung.

Für Großeltern: Zuzahlungen ins Frühstart-Depot sind eine Schenkung an das Enkelkind und gehören ab dem 18. Geburtstag vollständig dem Kind. Wer Vermögen gezielt an die nächste Generation weitergeben will, sollte das in die eigene Nachfolgeplanung einbetten, statt es isoliert zu entscheiden.

Mehr als 1.800 Euro einzahlen

Was mit dem ungeförderten Teil passiert

Gefördert werden 1.800 Euro Eigenbeitrag im Jahr, einzahlen darfst du bis 6.840 Euro, die Zulagen nicht mitgerechnet. Der Mehrbeitrag bekommt keine Zulage und keinen Sonderausgabenabzug. Er wächst aber im selben Steuermantel und wird bei der Auszahlung getrennt behandelt.

PhaseGeförderter Teil (bis 1.800 € plus Zulagen)Ungeförderter Teil (1.800 bis 6.840 €)
EinzahlungZulagen und SonderausgabenabzugAus versteuertem Einkommen, keine Zulage
AnsparphaseKeine Steuer auf Erträge und UmschichtungenEbenfalls keine Steuer auf Erträge und Umschichtungen, keine Vorabpauschale
Auszahlung als LeibrenteVoll mit dem persönlichen SteuersatzNur der Ertragsanteil, abhängig vom Alter bei Rentenbeginn
AuszahlplanVoll mit dem persönlichen SteuersatzNur der Ertrag, also Auszahlung minus eingezahlte Beiträge. Nach zwölf Jahren Laufzeit und ab 62 zur Hälfte angesetzt (Gesetzesauslegung, siehe offene Punkte)

Ob sich der Mehrbeitrag lohnt, ist keine Steuer-, sondern eine Flexibilitätsfrage: Das Geld ist genauso bis 65 gebunden wie der geförderte Teil.

Was noch nicht geklärt ist

Das Gesetz steht, die Auslegung durch die Finanzverwaltung noch nicht. Ein Anwendungsschreiben des Bundesfinanzministeriums zum Altersvorsorge-Depot liegt bisher nicht vor. Diese Punkte sind deshalb offen, und wir sagen das lieber klar, als eine Sicherheit zu versprechen, die es noch nicht gibt.

Hälftiger Ansatz beim Auszahlplan

Abgeleitet aus dem Gesetzesverweis in § 22 Nr. 5 Satz 2 EStG auf § 20 Abs. 1 Nr. 6 EStG, die 12/62-Regel der Lebensversicherung. Die Fachliteratur liest das überwiegend so, bestätigt hat die Finanzverwaltung es noch nicht.

Zusätzliche Teilfreistellung

Einige Quellen rechnen beim ungeförderten Teil zusätzlich eine Fonds-Teilfreistellung ein. Wir halten das systematisch für unwahrscheinlich, weil es um Einkünfte aus einem Altersvorsorgevertrag geht und nicht um eine direkte Fondsanlage. Geklärt ist es nicht, deshalb rechnen wir ohne.

Höchstbetrag bei mehreren Verträgen

Ob die 6.840 Euro je Person oder je Vertrag gelten, wird unterschiedlich dargestellt. Der Bundesrat will eine Verdopplung über einen zweiten Vertrag ausdrücklich ausschließen. Plane mit einem Höchstbetrag je Person.

Krankenkassenbeiträge auf die Auszahlung

Für Pflichtversicherte in der Krankenversicherung der Rentner spricht die bisherige Praxis bei Riester dagegen, dass Beiträge anfallen. Eine ausdrückliche Regelung für das neue Depot fehlt. Freiwillig gesetzlich Versicherte zahlen grundsätzlich Beiträge auf die Auszahlung.

Frühstartrente

Vom Bundestag am 16. Oktober 2026 beschlossen. Das Gesetz braucht noch die Zustimmung des Bundesrats, Details können sich bis dahin ändern.

Unser Umgang damit

Wir aktualisieren diese Seite, sobald es amtliche Klarstellungen gibt. Bis dahin rechnen wir in der Beratung vorsichtig und stimmen steuerliche Detailfragen mit Steuerberatern ab.

Dein bestehender Vertrag

Drei Wege. Einer passt.

Die pauschale Antwort "immer wechseln" wäre falsch. Was sich rechnet, hängt von Vertragsalter, Kostenquote, Garantiezins und Restlaufzeit ab. Sicher ist nur eines: Kündigen ist der teuerste aller Wege, denn dann sind alle Zulagen und Steuervorteile zurückzuzahlen.

WEG 1

Stillhalten

Der bestehende Riester läuft unverändert weiter, mit der bisherigen Förderung. Kein Aufwand und keine Kosten, aber auch keine Verbesserung bei Anlage und Gebühren.

Passt bei Verträgen, die nachweislich gut laufen, oder bei einem hohen Garantiezins, den du nicht aufgeben willst.

WEG 2

Behalten, neue Förderlogik

Der Vertrag bleibt beim Anbieter, künftige Beiträge werden nach der neuen Systematik bezuschusst. Setzt voraus, dass dein Anbieter den Tarif technisch umstellt.

Passt bei hohem Garantiezins oder kurzer Restlaufzeit, wenn sich ein Übertrag nicht mehr amortisiert. Für Familien oft interessant, weil die neue Kinderzulage schon mit 25 Euro im Monat voll greift.

WEG 3

Guthaben übertragen

Das angesparte Kapital wandert in einen neuen Vertrag. Alle bisherigen Zulagen und Steuervorteile bleiben erhalten, nichts wird zurückgefordert. Ab dann arbeitet das Geld ohne Garantiekosten am Markt.

Passt bei klassischen Verträgen mit hohen Kosten und niedriger Renditeerwartung, also bei einem großen Teil der Bestände.

Beim Übertrag darf der abgebende Anbieter in den ersten fünf Vertragsjahren höchstens 150 Euro berechnen, ab dem sechsten Jahr ist der Wechsel kostenfrei. Der Wechsel passiert nicht automatisch, du musst ihn anstoßen.

Für wen ist das?

Und wenn du schon über 50 bist?

Die meisten Texte zum Altersvorsorge-Depot sind für 30-Jährige geschrieben. Ab 50 sieht die Rechnung anders aus, in beide Richtungen.

Was dafür spricht

  • Die Förderquote ist unabhängig vom Alter. 1.800 Euro Eigenbeitrag bringen 540 Euro Zulage, mit 25 genauso wie mit 58.
  • Das sind 30 Prozent Sofortertrag auf den eigenen Beitrag, bevor überhaupt Rendite im Spiel ist.
  • Steuerfreie Umschichtungen erlauben es, die Aktienquote vor dem Ruhestand ohne Steuerlast herunterzufahren.
  • Bei einem alten, teuren Riester-Vertrag spart allein der Kostenunterschied über die Restlaufzeit oft einen fünfstelligen Betrag.

Was dagegen spricht

  • Das Kapital ist bis 65 gebunden. Vorher kommst du nur heran, wenn du die gesamte Förderung zurückzahlst.
  • Höchstens 30 Prozent gibt es auf einen Schlag, der Rest läuft als Auszahlplan oder Leibrente.
  • Wer mit 58 einsteigt, hat wenig Zeit, Kursrückschläge auszusitzen.
  • Wer an die Kinder vererben will, verliert die Förderung: Nur der Ehepartner kann das Guthaben ohne Abzüge übernehmen.
  • Die Auszahlung wird voll mit dem persönlichen Steuersatz besteuert und gehört in die Ruhestandsplanung, nicht in eine Produktentscheidung.

Kostenloser Riester-Check

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Ehrlich bleiben

Wo das Depot an Grenzen stößt

Das Produkt ist ein deutlicher Fortschritt gegenüber Riester. Ein Allheilmittel ist es nicht.

Zugriff frühestens ab 65

Vorher kommst du nur an dein Geld, wenn du die gesamte Förderung zurückzahlst. Als Notreserve taugt das Depot nicht.

Volle Besteuerung im Alter

Der geförderte Teil wird mit dem persönlichen Steuersatz besteuert. Das ist der Preis für die steuerfreie Ansparphase.

Höchstens 30 Prozent auf einen Schlag

Für eine größere Renovierung, eine Pflegesituation oder eine Unterstützung der Kinder kommst du an das gebundene Kapital nicht heran.

Der Auszahlplan ist starr

Einmal gestartet, lässt er sich nicht beliebig anpassen. Flexibilität im Ruhestand entsteht in frei verfügbarem Vermögen.

Vererbung nur an den Ehepartner ohne Abzug

Ehe- und eingetragene Lebenspartner können das Guthaben förderunschädlich in einen eigenen Vertrag übertragen. Kinder und alle anderen Erben bekommen es ausgezahlt, abzüglich sämtlicher Zulagen und Steuervorteile.

Der Förderhebel sinkt schnell

Auf die ersten 360 Euro im Jahr gibt es 50 Prozent, danach 25 Prozent, ab 1.800 Euro gar nichts mehr.

Nicht beleihbar

Als Tilgungsersatz für eine Immobilienfinanzierung taugt das Depot nicht. Entnahmen für wohnwirtschaftliche Zwecke sind dagegen vorgesehen.

Der Versicherungsmantel bringt wenig

Ohne Garantie und bei gleicher Besteuerung bleiben vor allem höhere Kosten. Achte auf die Effektivkostenquote, nicht auf den Namen.

Ein Hinweis zu einer Zahl, die im Netz häufig auftaucht: Ein Geringverdiener-Bonus von 175 Euro für Einkommen unter 26.250 Euro stand in einem früheren Reformentwurf und steht nicht im verkündeten Gesetz. Die 175 Euro im Gesetzestext sind die Obergrenze der Grundzulage für mittelbar zulageberechtigte Ehepartner.

So funktioniert es

In drei Schritten zu deiner Entscheidung

Kein komplizierter Prozess, kein Druck. Nur ein offenes Gespräch, und dann siehst du schwarz auf weiß, was sich für dich rechnet.

01

Bestand sichten

Wir schauen uns an, was du bereits hast: Riester, betriebliche Altersversorgung, private Verträge, freies Kapital. Ohne diesen Überblick ist jede Produktfrage Raten.

02

Wechsel durchrechnen

Effektivkosten, Garantiezins, Restlaufzeit, Kinderzulagen und Förderquote kommen in eine Rechnung. Am Ende steht eine Zahl, kein Bauchgefühl.

03

Umsetzen und einordnen

Wenn sich der Wechsel lohnt, kümmern wir uns um die Formalitäten. Und wir legen fest, wie viel deines Vermögens überhaupt gebunden werden darf, damit der Ruhestand flexibel bleibt.

Häufige Fragen

Was du wissen möchtest

Wann startet das Altersvorsorge-Depot?

Am 1. Januar 2027. Das Altersvorsorgereformgesetz wurde am 29. Mai 2026 im Bundesgesetzblatt verkündet, die Konditionen stehen damit fest. Angebote der Anbieter gibt es ab Anfang 2027.

Wie hoch ist der Mindestbeitrag?

120 Euro im Jahr, also 10 Euro im Monat. Darunter gibt es keine Zulage, auch keine anteilige. Maßgeblich ist der im gesamten Beitragsjahr geleistete Eigenbeitrag, nicht der Zeitpunkt der Einzahlung.

Wie viel brauche ich für die volle Kinderzulage?

300 Euro Eigenbeitrag im Jahr, also 25 Euro im Monat. Pro Euro Eigenbeitrag gibt es je Kind einen Euro Zulage, höchstens 300 Euro je Kind. Mit 300 Euro Eigenbeitrag ist die Zulage deshalb für alle Kinder gleichzeitig ausgeschöpft, bei drei Kindern sind das 900 Euro. Voraussetzung ist der Kindergeldbezug, und je Kind bekommt nur ein Elternteil die Zulage.

Gibt es ein Altersvorsorge-Depot für Kinder?

Ja, über die Frühstartrente. Für Kinder ab Geburtsjahrgang 2020 zahlt der Staat vom 6. bis zum 18. Geburtstag 10 Euro im Monat in ein Depot auf den Namen des Kindes, das die Eltern eröffnen. Familie und Dritte können bis 6.840 Euro im Jahr zuzahlen. Für ältere Kinder ist ein solcher Vertrag ebenfalls möglich, dann aber ohne staatliche Einzahlung. Wichtig: Die Frühstartrente ist bewusst eng gefasst. Sie läuft nur als Standarddepot, ist bis 65 gebunden und wird ohne Beratung online abgeschlossen. Das Gesetz hat der Bundestag am 16. Oktober 2026 beschlossen, die Zustimmung des Bundesrats steht noch aus.

Was passiert mit der Frühstartrente, wenn mein Kind 18 wird?

Das Depot geht vollständig auf dein Kind über und kann als eigenes Altersvorsorge-Depot weiterlaufen, mit der normalen Förderung, sobald es selbst förderberechtigt ist. Ausgezahlt wird grundsätzlich erst ab 65. Kündigt dein Kind vorher, muss es die Frühstartrente zurückzahlen und die Erträge versteuern.

Soll ich meinen Riester-Vertrag kündigen?

Nein. Bei einer Kündigung sind sämtliche Zulagen und Steuervorteile zurückzuzahlen. Sinnvolle Alternativen sind: weiterlaufen lassen, beitragsfrei stellen oder das Guthaben in das neue System übertragen. Beim Übertrag bleibt die bisherige Förderung vollständig erhalten.

Was passiert, wenn ich vor 65 an mein Geld will?

Eine Entnahme ist möglich, gilt aber als förderschädlich. Alle erhaltenen Zulagen und Steuervorteile sind zurückzuzahlen, die enthaltenen Erträge werden nachversteuert. Ausgenommen sind Entnahmen für wohnwirtschaftliche Zwecke wie Kauf, Bau oder energetische Sanierung.

Wie viel kann ich maximal einzahlen?

Gefördert werden Eigenbeiträge bis 1.800 Euro im Jahr. Insgesamt darfst du bis 6.840 Euro im Jahr einzahlen, die Zulagen zählen nicht mit. Der Teil über 1.800 Euro bekommt keine Zulage und keinen Sonderausgabenabzug, wächst aber ohne Vorabpauschale und mit steuerfreien Fondswechseln.

Wie wird ein Mehrbeitrag über 1.800 Euro im Alter versteuert?

Getrennt vom geförderten Teil, und günstiger. Versteuert wird nicht die Auszahlung, sondern nur der darin enthaltene Ertrag. Als Leibrente gilt die Ertragsanteilsbesteuerung, beim Auszahlplan nach der überwiegenden Auslegung der Ertrag nach zwölf Jahren Laufzeit und ab 62 nur zur Hälfte. Der geförderte Teil wird dagegen voll mit deinem persönlichen Steuersatz besteuert. Ein Anwendungsschreiben des Bundesfinanzministeriums steht noch aus, die Details sind deshalb offen.

Kann ich im Depot Einzelaktien oder Krypto kaufen?

Nein. Zulässig sind ETFs und Investmentfonds innerhalb der gesetzlich definierten Risikoklassen, Anleihen der EU-Staaten sowie deutscher Länder und Gemeinden und Geldmarktfonds. Einzelaktien, Kryptowerte und Hebelprodukte sind ausgeschlossen. Ein weltweit streuender Aktien-ETF ist möglich.

Sind Umschichtungen im Depot steuerpflichtig?

Nein, und das ist einer der größten Vorteile. Du kannst beliebig oft zwischen zulässigen Fonds wechseln, ohne dass Abgeltungsteuer anfällt. Auch das schrittweise Herunterfahren der Aktienquote vor dem Ruhestand kostet damit keine Steuer.

Ist das Guthaben vererbbar?

Ja, aber mit einem wichtigen Unterschied. Dein Ehe- oder eingetragener Lebenspartner kann das Guthaben ohne Abzüge auf einen eigenen Altersvorsorgevertrag übertragen. Das passiert nicht automatisch, sondern muss beantragt werden. Kinder und alle anderen Erben bekommen das Guthaben ausgezahlt, abzüglich aller Zulagen und Steuervorteile, und versteuern die Erträge. Die bei Riester mögliche Waisenrente für Kinder gibt es nicht mehr.

Kann ich den Anbieter später wechseln?

Ja. In den ersten fünf Vertragsjahren darf der abgebende Anbieter höchstens 150 Euro berechnen, ab dem sechsten Jahr ist der Wechsel kostenfrei. Die Förderung bleibt dabei vollständig erhalten.

Lohnt sich das Depot noch, wenn ich Mitte 50 bin?

Das hängt davon ab, wie viel Kapital du ohnehin frei verfügbar hast. Die Förderquote ist unabhängig vom Alter und damit attraktiv. Der Preis ist die Bindung bis 65, die eingeschränkte Auszahlung und die eingeschränkte Vererbung an Kinder. Wer bereits viele gebundene Bausteine hat, fährt mit frei verfügbarem Vermögen oft besser. Das lässt sich nur an deinen Zahlen entscheiden.

Altersvorsorge-Depot Karlsruhe

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Ob sich der Wechsel aus einem bestehenden Riester-Vertrag lohnt, lässt sich nicht pauschal beantworten. Entscheidend sind Effektivkosten, Garantiezins, Restlaufzeit und deine Familiensituation. Genau das rechnen wir im Riester-Check gemeinsam durch, mit deinen echten Zahlen. Für Familien gehören Kinderzulage und Frühstartrente mit in die Rechnung.

Und weil das Depot nur ein Baustein ist, ordnen wir das Ergebnis in deine gesamte Ruhestandsplanung ein: Was ist gebunden, was bleibt flexibel, und woher kommt dein Einkommen im Ruhestand wirklich.

Lass uns deinen Vertrag durchrechnen.

Kostenloses Erstgespräch, in dem wir deine Zahlen ansehen und die drei Wege gegeneinander rechnen. Kein Druck, keine Verpflichtung.

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